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Wie Kneipp an die Finne kam

Bad Bibra - Kaltes Wasser und heilsame Quellen gibt’s schon länger, Kneippsche Anwendungen jedoch nicht.

Zu den fünf Kneippschen Elementen zählen natürlich auch Wasseranwendungen. FOTO: ALEXANDER KASSNER

16.05.2021

Das kühle Nass der Quellen Bad Bibras für Kneippsche Anwendungen zu nutzen – dieser Gedanke kam in den 1990er Jahren auf.

Nach der Wende war es nötig sich über die zukünftige Ausrichtung des Ortes, dem einstigen Modebad der Herzöge und FDGB Ferienort, Gedanken zu machen. So kam man auf die Idee die wohl bekannteste Wasseranwendungen der Welt zu etablieren.

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Was als Schnapsidee hätte durchgehen können wurde erfolgreich. Die einst belächelten Tretbecken wurden, erst heimlich, dann ganz offiziell von den Bürgern und Gästen genutzt, da man die wohltuende Wirkung nicht mehr bestreiten konnte.

Pfarrer Kneipp war leider nie in der Saale-Unstrut Region. Aber er wirkte vor Bad Wörishofen in einem Ort Biberach. „Das lassen wir gelten“, scherzt Augenzwinkernd Ina Sielaff von der Tourist-Information.

200. Geburtstag Pfarrer Sebastian Kneipp

Am 17. Mai 1821 wurde Sebastian Kneipp im kleinen Ort Stephansried in eine arme Weberfamilie geboren. Durch viele Unwirksamkeiten und gegen den Willen des Vaters, hatte sich Sebastian durchgesetzt und konnte mit Mitte zwanzig noch Theologie studieren.


Ernährung, Bewegung, Wasseranwendungen, Kräuter und Lebensordnung

Die fünf Kneippschen Elemente


Eine damals tödliche Tuberkulose Erkrankung veranlasste Kneipp sich mit Kaltwasseranwendungen zu beschäftigen und sich letztendlich von dieser Krankheit zu heilen. Kneipp selber ist nicht der Entdecker der Kaltwasseranwendung, von denen las er in einem alten Buch von Siegmund Hahn. Kneipp entwickelte diese aber weiter und konnte mit den von ihm entwickelten Güssen zielgerichtet arbeiten.

Pfarrer Sebastian Kneipp ist in Bad Bibra wahrlich allgegenwärtig. FOTO: INA SIELAFF
Pfarrer Sebastian Kneipp ist in Bad Bibra wahrlich allgegenwärtig. FOTO: INA SIELAFF

Die Idee zu den Güssen kam ihm als er den Gärtner des Klosters in dem er wirkte mit seiner Ernährung, Bewegung, Wasseranwendungen, Kräuter und Lebensordnung Die fünf Kneippschen Elemente Gießkanne arbeiten sah. Kneipp selbst war ein guter Beobachter und so kamen die vier weiteren Elemente dazu. Nur als Einheit können diese die Gesundheit erhalten oder wiedergewinnen.

Die katholische Kirche war mit dem Wirken seines Geistlichen am Anfang natürlich nicht einverstanden.

Anstatt den Leuten die letzte Ölung zu geben, behandelte Kneipp Menschen in denen er noch Leben sah mit seinen Anwendungen. Dies gab ihm den spöttischen Beinamen Wasserdoktor. Erst eine Audienz beim Papst, wo er diesem inkognito Anwesenden mit seinen Anwendungen zum besseren Schlaf verhalf, wurde er zum Monsignore ernannt und durfte nun mit kirchlicher Zustimmung, seiner Berufung Menschen zu helfen, weitermachen.