Wittenberg/Gräfenhainichen
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Tipps: Sicheres Grillen mit Kindern

UNFALLVERMEIDUNG – Grillen ist für Viele eine Leidenschaft, aber nicht ganz ungefährlich.

Foto: AdobeStock/Alexander Raths| Lutherstadt Wittenberg Marketing GmBHs| Designed by Freepik| Lisa Rosenburg

25.05.2022

Jedes Jahr gibt es nach Schätzung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) etwa 5.000 Grillunfälle. Die möglichen Folgen von starken Verbrennungen sind schwerwiegend, bleibende Beeinträchtigungen sind möglich. Und besonders die Kleinsten sind oft die Leidtragenden – neugierige Kinder, die sich der Flamme nähern.

Heftige Verbrennungen

„Die häufigsten Verletzungen, die wir nach Grillunfällen erleben, entstehen durch unsachgemäßes Starten des Grills“, sagt dazu Prof. Henrik Menke, DGPRÄC-Vizepräsident und Leiter des Referats Verbrennung.
 

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Beschleuniger wie Spiritus, Alkohol oder gar Benzin erhöhen die Hitze im Grill extrem und können unkontrollierbar werden. Sogar explosionsartige Verpuffungen sind möglich. Menke rät zu zertifizierten Grillanzündern, zum Beispiel mit dem „DIN-Geprüft“-Zeichen.

Auch flatternde Kleidung, vor allem aus Kunstfasern, hat am Grill nichts zu suchen. Denn synthetische Bekleidung schmilzt durch die Hitze, erklärt Menke. Und durch den engen Kontakt, den das Material mit der Haut hat, wird die extreme Wärme in tiefe Hautschichten transportiert und richtet dort großen Schaden an. „Man darf das Material dann nicht einfach abreißen, wenn es mit der Haut verklebt ist, sondern muss es vorsichtig ablösen“, so Menke.

Auch wenn der Grill bereits leergeräumt ist, kommt es immer wieder zu Unfällen. „Alle essen zusammen und trinken. Keiner achtet mehr darauf, was mit der glühend heißen Kohle passiert“, sagt Menke. Glut etwa, wenn sie im Sand oder im Park vergraben oder einfach nur in einer Gartenecke entsorgt wird, kann noch tagelang heiß bleiben. Das führt bei Kindern immer wieder zu schweren Verletzungen an Füßen und Händen.

Was tun im Ernstfall?

Bei Grillunfällen muss es schnell gehen. Für schwere Brandverletzungen gilt: Sofort den Notarzt rufen! Denn das kann lebensgefährlich sein. Um die Flammen zu ersticken, sei es laut der DGPRÄC ideal, immer eine Löschdecke, einen Eimer Sand oder einen Feuerlöscher bereitzuhalten.

Das ist beim spontanen Grillen außerhalb des eigenen Gartens nicht unbedingt realistisch, sagt Menke. „Man muss überlegen: Was ist verfügbar? Es kann auch eine Jacke sein, mit der ich das Feuer ersticke.“ Dabei müsse man darauf achten, mit der Decke nicht das ganze Gesicht abzudecken, um die Atmung zu ermöglichen.

Frische Brandverletzungen sollten mit Wasser gekühlt und steril abgedeckt werden – Experten empfehlen ein sauberes Tuch oder Frischhaltefolie. Wichtig sei dabei, die Abdeckung nur vorsichtig aufzulegen.