Halle/Saalekreis
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Stillen senkt Schlaganfall-Risiko

FRAUEN: „Weiblicher Schlaganfall“ – medizinischer Zusammenhang, Risiken und Vorsorge

Neue Erkenntnis: Frauen, die mindestens einmal in ihrem Leben gestillt haben, tragen ein 12 Prozent geringeres Risiko für einen Schlaganfall als Frauen, die nie gestillt haben. FOTO: KIRILL GORLOV – STOCK.ADOBE.COM

20.09.2022

Frauen sind mit 55 Prozent häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Männer – und sie haben mehr Risikofaktoren.

Neben den üblichen Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel erhöhen auch „typisch weibliche Faktoren“ wie Migräne mit Aura, Komplikationen in der Schwangerschaft, die Einnahme der Antibabypille und eine höhere Lebenserwartung bei ihnen die Gefahr für einen Schlaganfall.

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Ein im renommierten Journal of the American Heart Association erschienener Artikel besagt aber, dass Frauen, die mindestens einmal in ihrem Leben gestillt haben, ein geringeres Risiko für einen Schlaganfall haben als Frauen, die nie gestillt haben. Die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG) begrüßt die Publikation, die einen Schutzfaktor vor dem „weiblichen Schlaganfall“ herausgearbeitet hat und erläutert weitere Vorsorgemaßnahme für Frauen. Im Artikel analysieren die Autoren acht Studien mit 1,2 Millionen Frauen aus verschiedenen Ländern der Erde.

Risiko um 12 Prozent reduziert

Die Auswertung zeigt: „Frauen, die einmal in ihrem Leben gestillt haben, haben ein um zwölf Prozent geringeres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als Frauen, die nie gestillt haben“, erklärt Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. Besonders deutlich sei der Effekt bei Frauen, die insgesamt zwölf Monate oder länger gestillt haben.

Die Erkenntnisse zeigen zudem, dass Stillen auch das Risiko für andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert – und zwar um elf Prozent. Wie schon länger bekannt ist, reduziert Stillen zudem Typ-2-Diabetes sowie Krebs der Eierstöcke und der Brust.

Gründe für die Reduzierung

Doch warum senkt das Stillen das Schlaganfall-Risiko? Prof. Dr. med. Helmuth Steinmetz, zweiter Vorsitzender der DSG, hält hier mehrere Faktoren für möglich, darunter hormonelle Einflüsse auf das Gefäßsystem, eine beschleunigte Körpergewichtsabnahme nach Schwangerschaft und einen „Reset“ des mütterlichen Stoffwechsels durch das Stillen.

Tipps für alle zum Schutz vor Schlaganfall

Um sich vor einem Schlaganfall zu schützen, empfehlen die Experten Frauen und Männern Übergewicht zu reduzieren, ihren Blutdruck zu senken, einen Diabetes zu behandeln und nicht zu rauchen.

Für Frauen gilt zudem: Vorsicht bei der Einnahme der Antibabypille, wenn sie rauchen oder eine Migräne mit Aura haben. Frauen mit Migräne mit Aura, die die Pille nehmen und rauchen, haben ein zehnfach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.

Eine besondere Risikogruppe sind zudem Frauen mit Diabetes: Ihr Erkrankungsrisiko ist gegenüber Männern mit Diabetes um 27 Prozent erhöht und auch die Schwere des Schlaganfalles ist bei Frauen mit Diabetes deutlich ausgeprägter.

Mehr Informationen: www.dsg-info.de