Wittenberg/Gräfenhainichen
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Keine zusätzlichen Jobs im Agenturbezirk

PROGNOSE: IAB-Wissenschaftler rechnen dennoch mit weiterem Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die Weiterbildung von Arbeitnehmern soll das Wachstum in der Wirtschaft befördern. FOTO: DPA

19.05.2021

Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben die regionalen Arbeitsmarktprognosen für das Jahr 2021 mit verschiedenen Rechenmodellen vorgelegt. In ihrem Mittelwertszenario gehen die Arbeitsmarktexperten davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg sinkt, aber keine neuen Jobs entstehen – trotz Corona.

„Die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Ersatzbedarfe der Unternehmen ist der Hauptgrund, dass die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Sonderregelung zum Kurzarbeitergeld nimmt derzeitig den Druck vom Arbeitsmarkt, so dass die Unternehmen an ihren Arbeitskräften festhalten und diese nicht freisetzen. Das hat zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit aktuell aufgrund der Corona-Pandemie nicht gravierend steigt“, so Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.
Das IAB prognostiziert für dieses Jahr mit durchschnittlich 132.900 sozialversicherungspflichtigen Jobs im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg. Damit bleibt die Anzahl der Jobs im Agenturbezirk zum Vorjahr unverändert.

Für den Bundesschnitt prognostizieren die IAB-Wissenschaftler ein Wachstum von 0,8 Prozentprozentpunkte – für Ostdeutschland ein Jobplus von 0,7 Prozentpunkte und in Sachsen-Anhalt von 0,5 Prozentpunkte.

Sinkendes Angebot an Arbeitskräfte wird Herausforderung

„Das sinkende Angebot an Arbeitskräften ist die größte Herausforderung der Zukunft. Die fehlenden Arbeits- und Fachkräfte verringern die potenziellen Wachstumsraten der Wirtschaft. Hier muss durch gezielte Aktivitäten gegengesteuert werden. Dazu gehört unter anderem die Weiterbildung von Arbeitnehmern in den Betrieben und von den Personen, die derzeitig auf Arbeitssuche sind. Wir bieten als Arbeitsagentur diverse Möglichkeiten an, um Arbeitnehmern durch Qualifizierung die erforderlichen Kenntnisse für eine nachhaltige Beschäftigung zu vermitteln“, erklärt Narr.

Arbeitslosigkeit sinkt 2021

Das IAB geht zudem auch von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg aus. Demnach soll die Zahl der Arbeitslosen 2021 im Jahresdurchschnitt bei 11.300 liegen. Das entspricht einem Rückgang von über 18 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt 2020 von 13.800. Für Ostdeutschland prognostizieren die Wissenschaftler einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 9,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt von 16,3 Prozent. Bundesweit rechnen die Experten im Mittelwert mit einem Rückgang von 4,0 Prozent. AA