Bitterfeld
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Im Berichtsmonat melden Arbeitgeber 4.000 neue Stellen

ARBEITSAGENTUR: Die Arbeitslosigkeit im April liegt unter dem Wert von 2019, doch der Erholungskurs am Arbeitsmarkt schwächt sich ab.

Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit hat die neuesten Arbeitsmarktzahlen veröffemtlicht. FOTO: IMAGO/IMAGEBROKER

31.05.2022

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist im April 2022 gesunken. Der Arbeitsmarkt folgt damit dem bereits vor der Pandemie typischen Saisonmuster, bewegt sich jedoch auf abgeschwächtem Niveau.

So waren im April 75.000 Arbeitslose registriert, 2.300 weniger als im Vormonat (- 2,9 Prozent). Die Arbeitslosigkeit im April 2022 lag unter dem Niveau des Vorjahres und auch unter dem Niveau von 2019. Die Arbeitslosenquote lag in diesem Berichtsmonat bei 6,8 Prozent. Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im März. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote lag im April 2021 bei 7,7 Prozent und im April 2019 bei 7,1 Prozent.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt weiter

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im April 2022 gesunken. So waren im Berichtsmonat rund 30.400 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit und galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren 800 weniger als im März 2022 und 4.800 weniger als im April 2021. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt in Sachsen-Anhalt 40,5 Prozent. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 40,9 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter und die Beschäftigung nimmt zu. Die Frühjahrsbelebung hat zum erneuten Rückgang der Zahl an Arbeitslosen geführt. Vorrangig profitieren davon die Männer, da das Geschäft in den Außenberufen, wie Bau und Landwirtschaft, noch einmal mehr Fahrt aufgenommen hat. Bis Mitte April gab es in den Arbeitsagenturen nur wenige Arbeitslosmeldungen von vorwiegend jungen geflüchteten Frauen aus der Ukraine mit gutem Bildungsstand. Um erfolgreich in Arbeit vermitteln zu können, müssen zunächst die Sprachbarrieren abgebaut werden. Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern beraten wir die Menschen zu den Themen Arbeit, Ausbildung, Schule und Kinderbetreuung“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens.

„Insgesamt bleibt die Arbeitskräftesituation angespannt. Betriebe, die von den Auswirkungen des Ukrainekrieges betroffen sind, federn bisher Liefer- und Auftragsausfälle mit Kurzarbeit ab. In vielen Bereichen führen jedoch Lieferengpässe, ausgelastete Handwerker und höhere Rohstoffpreise zu einer angespannten Situation. Dazu kommen die Risiken hinsichtlich einer möglichen Ausweitung des Krieges oder eines Energie-Lieferstopps. Die Folgen für den Arbeitsmarkt vor allem für die Industrie bleiben damit unsicher. Schon jetzt ist vielerorts die Produktion beeinträchtigt und Aufträge können nicht abgearbeitet werden“, erklärte Markus Behrens.

Einstellungen und Entlassungen

Knapp 4.600 Menschen meldeten sich im April 2022 aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 400 mehr als im Vormonat und ebenso 400 weniger als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus der Arbeitnehmerüberlassung (600) und dem verarbeitenden Gewerbe (500) sowie dem Handel/Instandhaltung/Reparatur von Kfz (700) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (500).

5.100 arbeitslose Männer und Frauen fanden eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 300 mehr als im Vormonat und 1.000 weniger als im April 2021.

Die Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 4.000 neue Stellen, das waren rund 200 mehr als im Vormonat und 400 weniger als vor einem Jahr. Rund 25 Prozent der neu gemeldeten Stellen kamen aus dem Bereich der Zeitarbeit, 14 Prozent aus dem verarbeitenden Gewerbe, 10 Prozent aus dem Handel/Instandhaltung/Reparatur von Kfz und jeweils 8 Prozent aus dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie aus dem Baugewerbe.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im April rund 150 Anzeigen für etwa 1.800 Beschäftigte. Im März waren es rund 280 Anzeigen für 3.900 Beschäftigte gewesen. Besonders betroffen war im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 13 Anzeigen für 360 Mitarbeitern, das Ausbaugewerbe mit 34 Anzeigen für 190 Mitarbeiter und der Maschinenbau 3 mit 170 Anzeigen für Mitarbeiter.

Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Januar 2022 14.400 Beschäftigte in 2.800 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit im Januar 1,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen. Im Dezember 2021 waren hochgerechnet 1,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen gewesen. BA