Naumburg und Nebra
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Grußwort des Landrats

Götz Ulrich ist seit 2014 Landrat des Burgenlandkreises. FOTO: LANDKREISVERWALTUNG

5.07.2022

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Nacht zum 1. Juli 2007 war es soweit: Mit der zweiten Kreisgebietsreform fusionierten der Burgenlandkreis und der Landkreis Weißenfels zum neuen „Landkreis Burgenland“. Die beiden Landkreise waren erst 1994 gegründet worden: der Burgenlandkreis aus den ehemaligen Landkreisen Naumburg, Nebra und Zeitz, der Landkreis Weißenfels aus den früheren Landkreisen Hohenmölsen und Weißenfels.

Der „Landkreis Burgenland“ bestand nur kurzzeitig. Denn der Kreistag hatte die Möglichkeit, den per Gesetz festgelegten Namen zu ändern. Davon machte er Gebrauch und entschied sich für “Burgenlandkreis“. Aber: In den vier Wochen der Übergangszeit war das Landratsamt gezwungen, amtliche Briefbögen und Urkunden mit dem Namen „Landkreis Burgenland“ zu drucken. Wer eine solche Urkunde besitzt, kann stolz sein auf diese Rarität. Beispielsweise unser Altlandrat Harri Reiche: Bei seiner offiziellen Ernennung zum Landrat des Landkreises Burgenland erhielt er eine solche Urkunde und gut eine Stunde später hieß sein Landkreis schon nicht mehr so. Das kann sicher nicht jeder Landrat von sich behaupten.

Rückblickend kann ich sagen, dass dieser Zusammenschluss trotz aller Skepsis die regionale Entwicklung positiv beeinflusst hat. Im festen Verbund mit seinen Städten, Gemeinden und Verbandsgemeinden hat der Burgenlandkreis den richtigen Kurs eingeschlagen. Es war damals ein wichtiges Signal, das Landratsamt nicht nur in der Kreisstadt Naumburg anzusiedeln, sondern mit den Standorten in Weißenfels und Zeitz kurze Wege für alle Einwohnerinnen und Einwohner zu gewährleisten – unverzichtbar angesichts der Größe unseres heutigen Landkreises. Immerhin braucht man von Lossa im westlichsten Teil des Burgenlandkreises bis nach Nißma ganz im Osten des Landkreises eineinhalb Stunden mit dem Auto. Deshalb muss die Verwaltung dort sein, wo die Menschen sind. Das ist auch einer der Gründe, warum wir beispielsweise die Stabsstelle Strukturwandel mitten im Zentrum des Reviers, in Zeitz, platziert haben oder warum wir die Alte Sparkasse in Weißenfels in den vergangenen Jahren zu einem zeitgemäßen Verwaltungsstandort für Jobcenter und Landratsamt umgebaut haben.

Heute stehen wir mit der Bewältigung des Strukturwandels, der seine Ursachen im Klimawandel hat, dem Ausbau einer starken Bildungslandschaft, der Stärkung der ländlichen Regionen und der Entwicklung unserer Tourismusregion vor gewaltigen Aufgaben. Als Landrat trägt mich bei allen Vorhaben der Wunsch, unseren Burgenlandkreis zukunftsfähig zu gestalten. Ihn möchte ich als lebenswerte Region im direkten Umfeld der Städte Leipzig, Jena, Halle, Weimar und Gera wettbewerbsfähig halten. Deshalb verfolge ich beispielsweise mit den Bildungscampus in Naumburg, Weißenfels und Zeitz gemeinsam mit vielen anderen die Vision, innovative Bildungsformate zu etablieren und dort die klugen Köpfe von morgen gezielt zu fördern. Denn eines ist gewiss: Sie brauchen wir angesichts der Zeichen der Zeit dringender denn je.

Ihr Landrat Götz Ulrich