Wittenberg/Gräfenhainichen
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Frühjahr wird Belebung bringen

Regionalstatistik: Arbeitsmarkt im Landkreis Wittenberg stabil

In der Region um Wittenberg werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen u. a. im Gastgewerbe gesucht. Foto: Robert Kneschke – stock.adobe.com

20.04.2022

Im März waren 4.127 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat sank die Anzahl um 157 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 554 Frauen und Männer gesunken. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,5 Prozent, 0,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 331 neue Stellen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service 1.047 Stellen gemeldet, das waren 265 mehr als von Januar bis März 2021. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und das Gastgewerbe haben im März die meisten Stellen gemeldet. „Arbeitgeber meldeten zwar weniger neue Arbeitsstellen“, erklärt Birgit Ruhland, Chefin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg. „Auf der anderen Seite erhöhte sich insgesamt der Bestand an offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr, ein Indiz für mögliche Besetzungsschwierigkeiten.

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Aus dem Gesundheitswesen gab es in Folge der einrichtungsbezogenen Impfpflicht aktuell keine vermehrten Arbeitslosmeldungen. Die vollen Auftragsbücher vor allem im Handwerk sowie die Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt weiter beschleunigen. Weiter ist zu erwarten, dass die Folgen des Krieges in der Ukraine in den nächsten Wochen Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen werden. In erste Linie geht es jetzt erst einmal um die humanitäre Hilfe für die geflüchteten Menschen. Parallel bereiten wir die Schritte für eine Beratung zu Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt mit unseren Partnern vor, wie die Anerkennung von Berufsabschlüssen und Sprachkurse.“

Stellenangebote nach Studiengang

Job-Navigator: Größtes Angebot für Abschlüsse im Ingenieurwesen und in Wirtschaftswissenschaften

Die Auswahl an Studiengängen ist riesig und neben den klassischen Studiengängen kann aus vielen verschiedenen Spezialisierungen gewählt werden. Doch es stellt sich neben den Fähigkeiten und Interessen die Frage, welche Studiengänge die besten Zukunftsaussichten versprechen. Der Job-Navigator des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP) hat das Stellenangebot im Februar 2022 analysiert und ein Ranking der Top 15 aktuell gefragtesten Studienabschlüsse erstellt. Außerdem wurde ein Blick auf die Berufsbereiche geworfen, in denen am häufigsten ein abgeschlossenes Studium gefordert wird.

Studium in jedem vierten Jobangebot gefordert

Die Fachkräftenachfrage ist ungebremst und der Stellenmarkt weiter auf Wachstumskurs. Im Februar 2022 wurden 1,6 Millionen Jobangebote von mehr als 224.000 Unternehmen veröffentlicht, 4,1 Prozent mehr als im Vormonat. Fast ein Viertel dieser Angebote fordern explizit einen Hochschul- oder Universitätsabschluss bzw. ein Staatsexamen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil um drei Prozentpunkte gestiegen. Häufig wird dabei allgemein ein abgeschlossenes Studium oder der Abschluss eines bestimmten Fachs gefordert.

Junge Wissenschaftler besonders gefragt

Überdurchschnittlich gefragt sind Akademiker und Akademikerinnen in der Wissenschaft. 57,2 Prozent der Jobangebote im Februar forderten hier einen Hochschul- oder Universitätsabschluss. In den Bereichen Consulting und Beratung (51 Prozent), Forschung und Entwicklung (49,8 Prozent) sowie in der IT und Telekommunikation (49,1 Prozent) wurde ein Studienabschluss ebenfalls häufig erwartet.

Doch nicht in allen Bereichen wird unbedingt ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt: Wenig gefragt ist ein Studium in Jobangeboten der Berufsgruppen Bauwesen und Handwerk (6,7 Prozent), Hotel- und Gastgewerbe (5,6 Prozent) sowie Transport, Verkehr, Logistik und Lager (5,4 Prozent).

Ingenieurwesen noch vor Wirtschaftswissenschaften

Sehr gute Jobchancen mit Zukunftsaussicht haben Ingenieure und Ingenieurinnen. Insgesamt mehr als 110.700 Jobangebote enthielten die explizite Forderung eines Abschlusses im Ingenieurwesen, was den ersten Platz im Ranking bedeutet.

Die gefragtesten Ingenieur-Fachrichtungen waren im Februar 2022 Elektrotechnik (41.700 Jobs), Maschinenbau (29.900 Jobs) und Mechatronik (12.200 Jobs). Zu erwarten ist, dass die Nachfrage nach Ingenieuren und Ingenieurinnen in den kommenden Jahren noch weiter ansteigt, denn die Digitalisierung schafft gerade in diesen Berufsfeldern viele neue Jobs für Spezialisten.

Ein Wirtschaftsstudium in BWL oder VWL wurde in 95.200 Stellenangeboten und somit in rund jeder vierten ausgeschriebenen Stelle für Akademiker und Akademikerinnen gefordert.

Im Ranking der gefragtesten Studiengänge belegen die Wirtschaftswissenschaften somit den zweiten Platz. Besonders häufig gefordert wurde ein Abschluss in Wirtschaftswissenschaften in den Branchen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (18,1 Prozent), Information und Kommunikation (11,2 Prozent) und freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (10,9 Prozent).

Gute Aussichten mit MINT-Studium

Es sind auch weitere MINT-Fächer nachgefragt. Jedes sechste Jobangebot für Absolventen und Absolventinnen (64.500 Jobs) richtete sich an Informatiker und Informatikerinnen mit Studienabschluss, Tendenz steigend.

Die Fachrichtung Wirtschaftsinformatik wird ebenfalls populärer: Im Februar wurden hier rund 21.400 Jobs angeboten. OTS