Sangerhausen
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Experten-Tipps: Sicheres Grillen mit Kindern

UNFALLVERMEIDUNG – Grillen ist eine Leidenschaft, aber nicht ungefährlich.

Nicht nur kleine und größere Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene sind unter den jährlichen Grillunfall-Opfern. FOTO: ALEXANDER RATHS – STOCK.ADOBE.COM

23.05.2022
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Jedes Jahr gibt es nach Schätzung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) etwa 5.000 Grillunfälle. Die möglichen Folgen von starken Verbrennungen sind schwerwiegend, bleibende Beeinträchtigungen sind möglich. Und besonders die Kleinsten sind oft die Leidtragenden – neugierige Kinder, die sich der Flamme nähern. 
       

Heftige Verbrennungen

„Die häufigsten Verletzungen, die wir nach Grillunfällen erleben, entstehen durch unsachgemäßes Starten des Grills“, sagt dazu Prof. Henrik Menke, DGPRÄC-Vizepräsident und Leiter des Referats Verbrennung. Beschleuniger wie Spiritus, Alkohol oder gar Benzin erhöhen die Hitze im Grill extrem und können unkontrollierbar werden. Sogar explosionsartige Verpuffungen sind möglich.

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Menke rät zu zertifizierten Grillanzündern, zum Beispiel mit dem „DIN-Geprüft“-Zeichen. Auch flatternde Kleidung, vor allem aus Kunstfasern, hat am Grill nichts zu suchen. Denn synthetische Bekleidung schmilzt durch die Hitze, erklärt Menke. Und durch den engen Kontakt, den das Material mit der Haut hat, wird die extreme Wärme in tiefe Hautschichten transportiert und richtet dort großen Schaden an. „Man darf das Material dann nicht einfach abreißen, wenn es mit der Haut verklebt ist, sondern muss es vorsichtig ablösen“, so Menke. Auch wenn der Grill bereits leergeräumt ist, kommt es immer wieder zu Unfällen. „Alle essen zusammen und trinken. Keiner achtet mehr darauf, was mit der glühend heißen Kohle passiert“, sagt Menke. Glut etwa, wenn sie im Sand oder im Park vergraben oder einfach nur in einer Gartenecke entsorgt wird, kann noch tagelang heiß bleiben. Das führt bei Kindern immer wieder zu schweren Verletzungen an Füßen und Händen.

Was tun im Ernstfall?

Bei Grillunfällen muss es schnell gehen. Für schwere Brandverletzungen gilt: Sofort den Notarzt rufen! Denn das kann lebensgefährlich sein.

Um die Flammen zu ersticken, sei es laut der DGPRÄC ideal, immer eine Löschdecke, einen Eimer Sand oder einen Feuerlöscher bereitzuhalten. Das ist beim spontanen Grillen außerhalb des eigenen Gartens nicht unbedingt realistisch, sagt Menke. „Man muss überlegen: Was ist verfügbar? Es kann auch eine Jacke sein, mit der ich das Feuer ersticke.“ Dabei müsse man darauf achten, mit der Decke nicht das ganze Gesicht abzudecken, um die Atmung zu ermöglichen.

Frische Brandverletzungen sollten mit Wasser gekühlt und steril abgedeckt werden – Experten empfehlen ein sauberes Tuch oder Frischhaltefolie. Wichtig sei dabei, die Abdeckung nur vorsichtig aufzulegen. 

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25. Juni, Bernburg, Schloss, 21. Schlossbergfest & 30. Bassgeigengala im Schlossbereich

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Vollständige Veranstaltungskalender für die Städte und Orte der Region:
www.aschersleben-tourismus.de
www.quedlinburg-info.de/de/veranstaltungen.html#/veranstaltungen
www.www.bernburg.de/de/veranstaltungen.html

Mit der ganzen Familie den Garten genießen

SOMMERSAISON: Bevor der Nachwuchs im Garten spielt, sollte man die Sicherheit prüfen

Nach einem anstrengenden Tag können Eltern und Großeltern in ihrem Familiengarten an einem speziellen Rückzugsort entspannen und die Natur genießen. Kinder toben bei wärmeren Temperaturen wieder häufiger im Garten. Vorher lohnt für Eltern ein Kontrollgang rund um das Haus und auf dem Grundstück. So können sie mögliche Gefahren noch beseitigen.

Der Verband Privater Bauherren (VPB) gibt ein paar Tipps dazu: Im Garten sollten Eltern Giftpflanzen entfernen und Pflanzendünger wegsperren. Zudem sollten sie darauf achten, dass der Teich und die Regentonne entsprechend abgedeckt sind. Offen können sie zur tödlichen Falle für Kinder werden, wenn diese kopfüber hineinfallen und sich allein nicht mehr befreien können.

Sicherheit schon bei der Hausplanung bedenken

Rund um das Haus sollte man Außensteckdosen besser mit Kindersicherungen versehen. Auch die Kellertreppe braucht – zumindest bei kleineren Kindern – ein Absperrgitter.

Besonders sinnvoll ist es, bestimmte Aspekte schon bei der Planung des Hauses sowie der Gestaltung des Grundstücks zu beachten. Denn Nachrüsten ist laut VPB zum Teil teuer. Früh eingeplante Sicherungen kosten demnach aber oft nichts extra. Dazu nennt der VPB in seinem Ratgeber zwei Beispiele: Nach Einschätzung der Experten ist es etwa sinnvoll, die Kellertreppe am besten baulich vom Treppenhaus abzutrennen und zusätzlich mit einer Tür zu sichern. Zudem sollten Treppen ein Geländer haben – am besten beidseitig und in Kinderhöhe, also etwa 65 Zentimeter hoch sein.