Eisleben
Anzeige
In Helbra geht demnächst eine Ära zu Ende: Hausarzt Dr. Wolfgang Reichel ist überzeugter Landarzt

Aus der Region: Beliebte Hausarztpraxis schließt zum Jahresende – Nachfolger wird noch gesucht

Dr. med. Wolfgang Reichel FOTO: J. LUKASCHEK

22.11.2021

Seit 1990 prägte eine Arztpraxis in der Gemeinde Helbra und deren Umgebung maßgeblich die medizinischen Angebote mit. Als Praxis für Allgemeinmedizin begann Dr. med. Wolfgang Reichel seine Fußstapfen in der Bergbau- und Hüttenregion im Herzen des Mansfelder Landes zu hinterlassen. Waren es zu Beginn die Möglichkeiten, den Beruf des Landarztes mit den neuen unternehmerischen Freiheiten zu verbinden, die einige junge und motivierte Allgemeinmediziner den Weg in die Selbstständigkeit finden ließen, so war es in der Folge bei vielen Kollegen die Liebe zu einem besonderen Landstrich mit ganz besonderen Menschen.

Ähnlich erging es auch Dr. med. Wolfgang Reichel, den seine Patienten nur liebevoll als ihren „Doktor“ rufen. Er selbst sah niemals abwertend auf die Region herab, denn er sah: Hier mussten die Menschen besonders hart kämpfen. Mit viel geselligem Gemeinschaftssinn haben sie ihre Sorgen und Nöte in der Zeit nach der Wende mit ihren gesellschaftlichen Verwerfungen gemeistert. Das passte zum Wesen des jungen Mediziners. So war für ihn die Bezeichnung als „Landarzt“ ein Zeichen, einer von ihnen zu sein – und ein wahrer Ritterschlag. Er ließ sich gerne von Beginn an auf alle Traditionen und Eigenarten ein, fand neue Freundschaften und brachte sich in das Vereinsleben ein. So funkeln seine Augen noch heute, wenn er Anekdoten aus zahlreichen Vereinsbegegnungen erzählt – ob in der Marinekameradschaft Graf Spee oder bei den Helbraer Fußballern von Wacker. Er ist längst als einer von ihnen.

Wahrscheinlich ist es diese tiefe Verankerung, die ihn fühlen lässt, welche fachliche und menschliche Lücke er zum Jahresende hinterlässt. Mit den so oft beschriebenen „zu großen Fußstapfen“, die jemand hinterlassen kann, ist das wohl treffend und menschlich perfekt formuliert. Auf alle Fälle wird den zahlreichen Patienten nicht nur das stets fürsorglich und zuverlässige Praxisteam fehlen, sondern auch das oftmals durch das Wartezimmer dringende „Trallalla“ des Chefs, der stets ein Liedchen auf den Lippen hatte.

Dr. med. Wolfgang Reichel möchte an dieser Stelle allen Patienten, Kollegen und Mitarbeiterinnen sagen: „Ein Lächeln ist oft die beste Medizin, manchmal hilft auch ein Liedchen…!“ In diesem Sinne wünschen auch wir ihm und seinen Patienten viel Gesundheit und trotz aller Probleme viel Humor.


Grippeimpfung im Fokus

Infektionsschutz Vor allem für Ältere ist die Immunisierung wichtig

Vor Covid-19 kann man sich mittlerweile mit einer Impfung schützen. Aber die dadurch gewonnenen Freiheiten sollte man nicht durch eine Grippeerkrankung riskieren. Vor allem ältere Menschen sollten deshalb die jährliche Grippeimpfung wahrnehmen, das empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO). Da die Wirksamkeit einer Impfung gegen Influenza bei ihnen geringer sein kann, sind Hochdosis-Grippeimpfstoffe für Menschen ab 60 Jahren entwickelt worden. Die STIKO empfiehlt diesen seit 2021.

Viele über 60-Jährige stehen im Arbeitsleben

In dieser Altersgruppe sind noch sehr viele Menschen berufstätig. Laut Statistischem Bundesamt arbeiten 62 Prozent der 60- bis 64-Jährigen und 18 Prozent der 65- bis 69-Jährigen. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Menschen mit hohem Gripperisiko täglichen Kontakt zu Kundinnen und Kunden, Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten, Gästen sowie Schülerinnen und Schülern hat.

Und auch ältere Personen, die nicht mehr berufstätig sind, haben wieder mehr persönlichen Umgang, sie sehen ihre Familie, treiben Sport oder gehen auf Reisen. Wenn jetzt, im Herbst, die Grippesaison beginnt, ist für diese Gruppe eine Grippeimpfung wichtig, um das Leben weiter unbeschwert genießen zu können.

Impfangebote am Arbeitsplatz nutzen

Wer sich die Grippeimpfung bei Hausarzt oder -ärztin holen möchte, sollte spätestens jetzt einen Termin vereinbaren, um dann ab Dezember gut geschützt zu sein. Aber auch ein späterer Impftermin bis in den Februar hinein ist sinnvoll.

Berufstätige können oft von Impfangeboten am Arbeitsplatz profitieren, etwa durch Betriebsarzt oder -ärztin. In der Regel tragen die Kosten Arbeitgebende oder Krankenkassen. Generell ist die Grippeimpfung für alle Personen kostenlos, die unter die STIKO-Empfehlungen fallen. djd